Heinrich Huber
In seinem schweizerischen Elternhaus musste oder durfte Heinrich Huber den Gesang seiner musischen Eltern mitanhören, wenn sie sich in ihrer Freizeit auf Theatervorstellungen oder Chorproben vorbereiteten. Er selber zog Elvis Presley und andere Zeitgenossen der 50er vor: Mit eigener Band und 3 Mädchen als Backgroundchor – man nannte sich "Elvis and the Candys" – tingelten sie durch Festsäle und Vereinsfeste.
Nach einer "seriösen" Ausbildung nahm er den Zug nach München, um ein großer Schauspieler zu werden. "Zwetschgen ham mer ausgnommen" war sein erster und einziger Satz in einer Verhoeven-Inszenierung mit der Elite der Münchner Kammerspiele. Intendant Everding nahm sich seiner an, und dann wurde es stressig: Theater spielen, Musik studieren, beim Fernsehen arbeiten, Songs schreiben und vieles mehr.
Nach wundervollen Münchner Jahren mit vielen wichtigen und unwichtigen Begegnungen ging es mit Koffer und Tonbandgerät bewaffnet in Angela Winklers altem VW in die Provinz ans Westfälische Landestheater Castrop-Rauxel. Immer mehr drängte sich die Musik in sein Schauspielerleben, und bald wechselte er ganz von der hellen Bühne in den dunklen Orchestergraben und an den Schreibtisch – komponieren, Songs schreiben, Operetten, Revuen und Liederabende arrangieren, Fernseh- und Filmmusiken erfinden, das war jetzt seine Welt. Als musikalischer Leiter arbeitete er von 1977 bis 2010 am Dortmunder Schauspiel und erfand 1989 mit Jürgen Uter und Jost Krüger die "Liebesperlen". Und ist bis heute der gesamtverantwortlichemachervater.
Hat das auch was mit Kunst zu tun? Wer weiß das schon so genau! Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum, sagte doch irgend ein Philosoph – oder?
